So könnte man die in Teilen düstere Rede des neuen Oberbürgermeisters Kalouti vor 1300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenfassen.
Thomas Zweier, Sprecher der BSW-Gruppe im Stadtrat: „Oberbürgermeister Kalouti ist mit seinen erst 100 Amtstagen die Dortmund-Misere nicht persönlich vorzuwerfen. Diese ist ein Ergebnis der Politik der Koalitionen aus SPD, CDU und Grünen im Bund und der quasi-Koalitionen dieser drei Parteien im Stadtrat. Doch ein „Weiter so!“ wird es mit dem BSW nicht geben.“
„Ohne funktionierende Wirtschaft gibt es keinen starken Sozialstaat,‘ meinte Kalouti. Offen blieb:
Sollen Sozialleistungen wie Bürgergeld, Gesundheitsleistungen wie Zahnarztkosten, Schwimmbäder, Sportstätten, Schulerneuerungen etc. weiter beschnitten oder kurzgehalten werden, damit die „Wirtschaft wieder floriert“? OB Kalouti blieb im Ungefähren.
„Dortmund soll international vermarktet werden!“ Vielleicht Intel aus Magdeburg und Tesla aus Berlin oder irgendeinen anderen Konzern nach Dortmund locken? Angesichts der suizidalen Energiepolitik, dem Fachkraftemangel und der wuchernden Bürokratie ein pures Wunschdenken.
„Die Menschen wollen sicher in unserer Stadt leben.“ Da hat Kalouti Recht. Doch ohne soziale Sicherheit wird es auch bei noch so vielen Ordnungskräften auf der Straße keine Sicherheit und auch keine Sauberkeit in der Stadt geben.
„Kein Mensch soll in Dortmund wegen Kälte oder Not auf der Straße sterben!“ Doch zeitgleich zu Kaloutis großen Worten wird die obdachlose Marlies vom Westenhellweg sterbend ins Krankenhaus eingeliefert. Schön wäre es, wenn Kalouti etwas zu dem vor Jahren beschlossenen Bau von Obdachlosenunterkünften in der Treibstraße und im Lütgenholz gesagt hätte. Bis heute kein Spatenstich, nur Vertröstungen der Verwaltung bei steigender Obdachlosigkeit.
Zur „Resilienz gegenüber hybrider Kriegsführung“ fiel Kalouti etwas ein – zur grassierenden Armut, zur wachsenden Kinderarmut, zur Arbeitslosigkeit, zur Wohnungsmisere – Fehlanzeige.
OB Kaloutis Rede war so ernüchternd wie enttäuschend, sie war eher alter Wein in neuen Schläuchen. Einziger Lichtblick für die Zukunft: Eine Beteiligung an der Olympia-Bewerbung im Ruhrgebiet. Ja, wenn es ein nachhaltiges, finanzierbares und nicht größenwahnsinniges Konzept geben sollte und die Bürger sich dafür entscheiden.


