Der Automobilzulieferer Schaeffler, zu dem Vitesco gehört, beabsichtigt, das Werk in Dortmund bis 2029 zu schließen. 430 Jobs sollen vernichtet werden. Das Werk ist vom Hin und Her um das Verbrenner-Aus besonders stark betroffen, weil hier bestimmte Teile für Verbrennungsmotoren hergestellt werden. Thomas Zweier, der Vorsitzende der BSW-Ratsgruppe in Dortmund ist von der Nachricht persönlich geschockt. Er war selbst lange bei den Vorgängerunternehmen beschäftigt: „32 Jahre lang habe ich mich bis Ende 2021 immer wieder für den Erhalt des Werkes eingesetzt. Als jahrelanger gewerkschaftlicher Vertrauenskörper und Betriebsrat habe ich so manche Höhen und Tiefen durch gemacht. Ein Höhepunkt war die spontane Organisierung eines Streiks gegen den damals geplanten Arbeitsplatzabbau im Bereich Sensorik im Juli 2008. Wir stehen als Ratsgruppe und Kreisverband fest an der Seite der Beschäftigten“, so Zweier. „Wir wünschen dem Betriebsratsgremium und der IG Metall vor Ort viel Kraft und Erfolg bei der Abwendung des Schlimmsten. Zukünftige Arbeitskampfmaßnahmen und Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite werden wir solidarisch begleiten. Bei den derzeitigen Lebenshaltungskosten ist der Kampf um die Arbeitsplätze dringender denn je, sowohl für die betroffenen Mitarbeiter mit ihren Familien als auch für unsere Stadt.“
Ein bitterer Rückschlag für Dortmund. 50 Jahren ist die Stadt mit ihren Menschen von der Deindustrialisierung betroffen. Die Arbeitslosenquote sank von 17% auf 12%. Ein Erfolg? Für viele nicht. Nun holt eines der wenigen verbliebenen Industrieunternehmen zum Kahlschlag aus. Bleibt zu hoffen, dass der Widerstand so stark und dauerhaft sein wird, bis sich eine Alternative zur Schließung findet.

