-Sicheres Leben für Alle in Dortmund-
Dieser Forderung schließen wir uns uneingeschränkt an. Und das hier genannte Züricher Modell ist für uns ein vielversprechender Ansatz zur Eindämmung der ausgewachsenen Drogenproblematik, die sich hier über viele Jahre entwickelt hat. Dass das Züricher Modell jetzt von den 3 Fraktionen eingebracht wird, für die das Thema Ordnungsmaßnahmen eher ein rotes Tuch war, ist erfreulich.
Das Züricher Modell verbindet die Hilfe und Fürsorge in Drogenkonsumräumen mit starken Ordnungsmaßnahmen gegen Drogenkonsum und Drogenhandel im öffentlichen Raum. Null Toleranz heißt es in dem Konzept.
Was uns als BSW darüber hinaus fehlt, ist eine deutliche Ausweitung der Therapieplätze. Heute muss ein Abhängiger viele Monate auf therapeutische Hilfe warten. Oft ist es dann, wenn der Therapieplatz endlich frei ist, zu spät, wenn Wille, Kraft oder womöglich das Leben des drogenkranken Menschen verwirkt ist.
Saubere und sichere Räume und engagierte Streetworkerteams sind gut, ich hege große Achtung vor den Menschen, die in diesem System arbeiten. Aber wenn wir ehrlich sind, bleibt das letztlich nur die Begleitung schwerst kranker Menschen beim Selbstmord auf Raten, wenn sie nicht zeitnah in gute Therapie vermittelt werden können.
Zurück zu den Anträgen der 3 Fraktionen:
Sie enthalten widersprüchliche Forderungen, die die erklärten Ziele dann doch wieder infrage stellen:
Keine Ausweitung des KOD, stattdessen Abziehen in die Stadtteile. Ja, auch die Bezirksvertretungen wollen wieder Einsätze vor Ort, aber doch nicht auf Kosten der Sicherheit in der Innenstadt. Mit dem Anspruch auf ein sicheres Dortmund für Alle und dem Züricher Modell kann es doch nur ein Aufstocken geben.
Deshalb werden wir dem Antrag nur unter Vorbehalt zustimmen. Für uns drängt sich hier bedauerlicherweise der Eindruck auf, dass sich der Bock zum Gärtner machen möchte.

